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Lebensführung und Sport - Eine Analyse zum Zusammenhang
zwischen sportlicher/körperlicher Aktivität, Gesundheitskonzepten
und Lebensstilen

mit RKI

Auftraggeber: Deutscher Sportbund, AOK Bundesverband

Zeitraum: 2004

   

Projektskizze:

In der Reihe "Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes" des Robert Koch-Instituts ist 2008 die im Auftrag des AOK-Bundesverbandes und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) durchgeführte WIAD-Studie Lebensführung und Sport erschienen.

Das Projekt Lebensführung und Sport ging der Frage nach, in welcher Hinsicht sich sportlich aktive und bewegungsfreudige Personen von körperlich passiven Menschen unterscheiden. Zugrunde liegt die Annahme, dass sich Lebensführungskonfigurationen unterscheiden lassen, die ein sportives Leben eher befördern oder hemmen können. Das Konzept ist recht weit gefasst und beinhaltet neben gesundheitsrelevanten Einstellungen und Verhaltensweisen auch Elemente der Lebensgestaltung, die mit Gesundheit nur mittelbar in Beziehung stehen, wie Freizeitverhalten oder berufliche und familiäre Aspekte der Lebensplanung. Abgegrenzt wird der Lebensführungsbegriff von sozioökonomischen Ungleichheiten insofern, als diese nicht als konstitutive Bestandteile von Lebensstilen angesehen werden.

Die Untersuchung reiht sich ins Spektrum der sozialwissenschaftlichen Lebensstilforschung ein: Lebensführungen bzw. Lebensstile stellen danach eigenständige Sozialstrukturelemente dar, die innerhalb bestimmter sozialer Schichten oder Klassen mehr oder weniger wahrscheinlich auftreten können, mit diesen sozioökonomischen Großgruppen jedoch nicht deterministisch verknüpft sind und somit nicht vollständig mit ihnen zur Deckung kommen. Methodisch wird das Ziel dieser Untersuchung durch die Anwendung von Clusteranalysen erreicht. Diese sind geeignet, eine Vielzahl von Personeneigenschaften zu typischen Kombinationen individueller Merkmale zu verbinden, anhand derer sichtbar wird, welche Konfigurationen tendenziell gesundheits- bzw. bewegungsförderlichen oder -abträglichen Lebensstiltypen entsprechen. Als Datensätze liegen die im Rahmen der Deutschen Herz-Kreislauf-Präventionsstudie erhobenen Nationalen Untersuchungssurveys, der Bundesgesundheitssurvey 1998 sowie das Sozio-ökonomische Panel zugrunde.

Das Ergebnis bilden eine Vielzahl an Lebensstilgruppen, die interpretativ zu Metatypen verdichtet werden, welche alltagsweltlich fundierte Ansatzpunkte für gesundheitsförderliches Interventionshandeln bieten. Diese Typen machen unter anderem deutlich, dass eine sportive Lebensführung häufig bei bessergestellten und karriereorientierten Personen zu finden ist, die den Sport trotz Zeitknappheit in eine reflektierte Lebensplanung integrieren, dass Personen, die im Rahmen der familiären Arbeitsteilung die Funktion der Existenzsicherung übernehmen, häufig zu risikoreichen Lebensstilen bei hoher beruflicher Belastung tendieren und dass die nach wie vor meist an Frauen hängende Familienarbeit oft zu einem körperlich passiven Lebensstil führt, der jedoch nicht zwingend Teil einer hochrisikoreichen Lebensführung sein muss.

 

Publikationen:  

 

"Lebensführung und Sport"

Rommel, A., Klaes, L., Cosler, D., Mensink, G., Lampert, T. (2005)
Die Publikation ist online auf der Website http://www.rki.de/abrufbar