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  • (Aktualisierung: 11.06.2013)
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    • Zukünftige Qualifikationserfordernisse bei beruflichen Tätigkeiten auf mittlerer Qualifikationsebene im Bereich Public Private Health


      Auftraggeber:

      Bundesministerium für Bildung und Forschung  

      Zeitraum:

      2010-2011  

      Projektbezogene Internetpräsenz:


      Projektskizze

      Im Auftrag des BMBF hat WIAD gemeinsam mit infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft untersucht, welche zusätzlichen Fähigkeiten und Kompetenzen die Beschäftigten der mittleren Qualifikationsebene (Ausbildungsberufe) künftig benötigen, um den Anforderungen einer hochwertigen Gesundheitsversorgung auch in Zukunft gerecht zu werden. Demographischer Wandel sowie technologische Entwicklungen sind zentrale Treibfedern für die Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen, Angeboten und Abläufen. Dies hat unmittelbaren Einfluss auf die beruflichen Tätigkeiten.

      In einem mehrstufigen Delphi-Prozess haben nahezu 300 Experten sich dezidiert dazu geäußert, auf welchen Gebieten aufgrund welcher Entwicklungen welche zusätzlichen Qualifikationserfordernisse erwachsen. Um die sehr umfassende Fragestellung behandelbar zu machen, wurden sechs Szenarien entwickelt, die zentrale Entwicklungsströmungen im Gesundheitswesen abbilden. Sie beschreiben im Sinne starker Tendenzen heute bereits ablaufende Prozesse, welche die Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgung auch in den nächsten Jahren in hohem Maße prägen werden und die neue Qualifikationen bei Gesundheitsberufen, aber auch darüber hinaus bei Berufen, die derzeit noch wenig mit dem Gesundheitswesen assoziiert werden, erforderlich machen. Diese Szenarien sind:


      • Neue Dienste und Dienstleistungen zur Betreuung und Versorgung älterer und hochbetagter Menschen im häuslichen Bereich und im Wohnumfeld (z.B. Quartiers-Portal, Quartiersmanagement, Pflegestützpunkt, Ambulantisierung)
      • Neue Aufgaben für die Fachkräfte in der ambulanten und stationären Versorgung (z.B. Delegation, arztentlastende Dienste, neue Aufgabenteilung)
      • Verankerung von Gesundheitsförderung und Prävention in allen Tätigkeitsfeldern des Gesundheitswesens (z.B. als Querschnittsaufgabe oder in spezialisierter Form)
      • Steigende Nachfrage nach gesundheitserhaltenden Dienstleistungen (z.B. Medical Wellness, Gesundheitstourismus, Gesundheitshotels, Patientenhotels)
      • Telemonitoring und Assistenzsysteme als Triebfedern neuer Angebotsstrukturen und Qualifikationserfordernisse (z.B. eHealth, Telemedizin, Telepflege, AAL, Smart House)
      • Zunehmende Vernetzung und steigender Bedarf bei der Versorgung chronischer Erkrankungen (z.B. integrierte und sektorenübergreifende Versorgung, Care Management, Case Management)

      Gründe für die Relevanz und Stärke dieser Trends sind u.a., dass mit diesen Entwicklungen einzeln oder in Kombination demographiebedingten strukturellen Versorgungsproblemen (z.B. mehr multimorbide, chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen bei gleichzeitig sich abzeichnendem Fachkräftemangel) entgegengewirkt wird, dass mit ihnen Effizienz- und Effektivitätssteigerungen in der Versorgung (z.B. über eine optimierte Leistungs- und Personalplanung) möglich sind, dass Unternehmen (z.B. aus der IT-Technologie, der Domotechnik oder dem Hotel- und Tourismusgewerbe) mit realistischen Gewinnerwartungen in den Gesundheitsmarkt drängen oder dass diese Entwicklungen bessere Behandlungs-, Betreuungs- und Pflegeergebnisse sowie den Betroffenen eine erhöhte Versorgungs- und Lebensqualität versprechen (z.B. mehr selbständige Lebensführung im Alter sowie bei chronischer Erkrankung und Behinderung).

      Die im Forschungsprozess gewonnenen Erkenntnisse wurden in der 2. Delphi-Runde zu ausführlichen Listen mit mehr als 200 Items zusammenfasst. Hiernach konnten sich die befragten Experten zu jedem Szenario dezidiert dazu äußern,

      • wovon es abhängt, ob es in den nächsten Jahren zu einem deutlichen Ausbau der mit dem jeweiligen Szenario umrissenen Entwicklungen kommen wird,
      • welche Lösungsansätze bzw. Angebotsstrukturen bis wann in nennenswerter Weise umgesetzt oder ausgebaut werden können,
      • welche Tätigkeiten und Anforderungen unter diesen Bedingungen eine größere Bedeutung gewinnen als bisher und ob hieraus ggf. – im Vergleich zu heutigen Anforderungen – zusätzliche bzw. veränderte Qualifikationserfordernisse für Fachkräfte der mittleren Qualifikationsebene erwachsen.

      Die Ergebnisse dieser Befragung wurden in drei abschließenden Workshops wiederum mit Experten diskutiert. Die von WIAD und infas abgeleiteten Schlussfolgerungen können somit für sich beanspruchen, ein breites Meinungsspektrum zu repräsentieren und zugleich eine hohe Expertise aufzuweisen. Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse kann dann entschieden werden, ob für erforderlich erachtete zusätzliche Qualifikationen im Rahmen bestehender Aus- oder Weiterbildungsgänge vermittelt werden oder ob neue Berufe den Anforderungen besser gerecht werden. Die Publikation wird Anfang 2012 vorliegen.

      Projektbericht

      Klaes, L., Köhler, T., Rommel, A., Schröder, H., Schüler, G., Banz, M., Olthoff, C., Schiel, S. (2012): Zukünftige Qualifikationserfordernisse bei beruflichen Tätigkeiten auf mittlerer Qualifikationsebene im Bereich Public Private Health. Abschlussbericht im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
      http://www.frequenz.net/uploads/tx_freqprojerg/Abschlussbericht_PPH_web.pdf

      Publikationen

      Köhler, T., Schröder, H., Klaes, L., Rommel, A., Schüler, G. (2011): Zukünftige Qualifikationserfordernisse bei Gesundheitsfachberufen, in: Frequenz-Newsletter 2011, S. 7-9

      Schröder, H., Klaes, L. (2010): Public Private Health – Zukünftige Qualifikationsentwicklungen, in: Frequenz-Newsletter 2010, S. 9-10.